28.01.2011: Abzocke durch Abofalle auf dem iPad

Auch auf dem iPad und iPhone sind sie vor Abofallen nicht mehr sicher

Man sollte meinen, die Prüfung und die Freigabe der Apps durch Apple und Co. sollte ausreichen, um den Nutzer vor unerwünschten Überraschungen in Form von ungewollte Abo's und dergleichen zu schützen. Leider weit gefehlt. Zwar prüfen die Firmen, welche die jeweiligen Betriebssysteme herstellen, die dafür entwickelten Apps, haben aber auf den Inhalt der eingeblendeten Werbung keinen Einfluss. Hier kann eben doch schnell der eine oder andere fragwürdige Service mit einem an sich nicht beabsichtigten Abo lauern und im Anschluss monatlichen Beträge zu langen Laufzeiten fordern. Erleichtert wird die Abzocke hier zusätzlich, weil auf dem Handy naturgemäß nur ein Teil des Bildschirms mehr oder weniger gut sichtbar ist und die Preisinformationen so noch besser versteckt werden können.

Generell ist das Problem der Betreiber solcher Abofallen, dass sie den Nutzer erst umständlich über seine IP ermitteln müssen. Auch hier ist bei den Abofallen auf Smartphones alles viel einfacher. Nutzt der Provider und der App-Betreiber z.B. das WAP-Protokoll (eigentlich technisch überholt, aber noch verfügbar) wird sogleich die MSISDN als Identifikationsnummer mit übermittelt und der Nutzer ist identifiziert und kann von Inkasso, Rechtsanwalt, etc. "bearbeitet" werden.

Die Verteidigung ist hingegen identisch mit unserer Empfehlung zu den Abofallen im Allgemeinen. Sofern es es sich um eine klassiche Abofalle handelt, bei welcher der Nutzer beim normalen Lesen der Webseite auf die Abo- und Preisinformationen nicht kommen konnte und eigentlich auch nicht sollte, ist der Vertrag in der Regel nicht wirksam zustande gekommen. Dann heißt es, Nerven behalten und wie in allen gleichlautenden Empfehlungen nur auf den gerichtlichen Mahnbescheid oder eben die Einreichung einer Klage fristgerecht reagieren. Da den Antragstellern bzw. Klägern hier einerseits sofort Kosten entstehen und andererseits wegen des höchst fragwürdigen Vertragsschlusses ein erhebliches Verfahrensrisiko lauert, ist mit diesen gerichtlichen Maßnahmen in der Regel nicht zu rechnen. (auch zum Thema: Mahnbescheide der Online Content Ltd.)

( von Rechtsanwalt S. Al-Lami )

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