20.03.2009: Mahnbescheid Formular - die Alternative zum Antrag Online

Das Formular zum Mahnbescheid existiert weiter, auch wenn Rechtsanwälte und Inkassobüros es nicht mehr benutzen dürfen.

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Seit 01.12.2008 dürfen Inkassobüros und Rechtsanwälte ihren Mahnbescheidsantrag nicht mehr in Papierform an die Gerichte versenden. Mahnbescheid.com hat hierüber berichtet. Nun bleibt das Mahnbescheids-Formular in Papierform jedoch weiterhin gültig und man kann es als im Schreibwarenhandel oder Spezial-Lieferanten kaufen und handschriftlich ausgefüllt an das Mahngericht versenden. Es fallen die gleichen Gerichtskosten an, wie beim Online-Antrag. Die genauen Kosten entnehmen Sie bitte unserem Gebührenrechner oben links.

Daher halten wir es für angezeigt, nochmals kurz auf die gängigsten Fragen zum Ausfüllen des Mahnbescheidsantrages einzugehen:

Auf Seite 1 des Antrages muss der Antragsteller die Beteiligten genau benennen. Bei natürlichen Personen ist dies recht einfach. Etwas komplizierter wird es bei juristischen Personen und Kapitalgesellschaften. Hier muss in Spalte 1 des Mahnbescheidsantrages die juristische Person in ihrer korrekten Bezeichnung (GmbH, GmbH & Co. KG, o.ä.) bezeichnet werden und in Spalte 3 der jeweilige korrekte Vertreter. Hier muss darauf geachtet werden, dass z.B. eine GmbH regelmäßig durch den Geschäftsführer vertreten wird und eine AG z.B. durch ihren Vorstand. Hier darf nichts verwechselt werden, sonst riskiert der Antragsteller eine Monierung.

Auf Seite 2 muss der Anspruch entsprechend bezeichnet werden. Hier ist auf dem Antragsformular zum Mahnbescheid eine kleine Tabelle für 3 Ansprüche vorgesehen. Hier muss der Antragsteller seinen Anspruch zunächst die aktuelle Katalognummer aus dem Hauptforderungskatalog ermitteln. Diese Liste der Nummern zum Hauptforderungskatalog erhält man beim Kauf des Mahnbescheidsantrages ggfls. mitgeliefert. Werden mehr als 2 Hauptforderungen geltend gemacht, muss eine Anlage zum Mahnbescheid verwendet werden.

Der Antragsteller kann die Zinsen vom Mahngericht ausrechnen lassen und gibt hierfür in Spalte IIa des Formulars die Daten zum Zinsbeginn und zur Zinshöhe für jede Hauptforderung einzeln an. Zusätzlich oder alternativ kann der Antragsteller auch bereits ausgerechnete Zinsen auf dem Formular eintragen und mit dem Mahnbescheid beantragen.

Schließlich können Nebenforderungen, wie Mahnkosten, Auskünfte, Bankrücklastkosten, Inkassokosten oder auch schon bereits aufgewandte Anwaltskosten geltend machen. Hierfür ist die Spalte IV des Mahnbescheidsantrages vorgesehen.

Nun muss der Antragsteller unter Punkt 45 angeben, welches Gericht zustädnig sein wird und dieses bereits angeben. In der Regel ist dies das Gericht am Wohnsitz des Antragsgegners. Bei Forderungen von bis zu 5000,- € in der Regel das Amtsgericht, darüber in der Regel das Landgericht. Man kann hier auch vermerken, dass im Falle eines Widerspruches gegen den Mahnbescheid das streitige Verfahren automatische beantragt wird. Hier ist jedoch anzumerken, dann in diesem Falle auch die vollen Gerichtskosten zum Streitwert automatisch vom Gericht eingefordert werden. Will man sich dies erst noch überlegen, lässt man dieses Häkchen besser weg.

Die Angaben zum Prozessbevollmächtigen, als i.d.R. dem Rechtsanwalt des Antragstellers kann man weglassen, weil man ja gerade einen eigenen Antrag stellt. Nun ist nur noch das Mahngericht des Antragstellers einzutragen und eine Aussage darüber zu treffen, ob der Anspruch von einer erfüllten Gegenleistung abhängt, oder nicht. Sodann ist das Mahnbescheidsformular nur noch zu unterschreiben und geht per Post ans Gericht.

Wir haben Ihnen ein Formular zum Mahnbescheid zur Ansicht als pdf hinterlegt. Wesentlich komfortabler ist selbstverständlich die Beauftragung unseres Services zum Selbstversand des Mahnbescheides oder die unmittelbare Beauftragung zur Erstellung des Mahnbescheides durch einen Rechtsanwalt.

( von Rechtsanwalt S. Al-Lami )

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