17.12.2009: Ein Mahnbescheid sieht manchmal nur aus, wie ein Mahnbescheid

Prüfen Sie den Mahnbescheid, bevor Sie reagieren!

In letzter Zeit werden von einigen Inkassobüros und leider auch von Rechtsanwaltskanzleien Schreiben verschickt, die aussehen wie gerichtliche Mahnbescheide und die manchmal sogar in einem gelben Briefumschlag verschickt werden. Hiermit soll der Druck auf die vermeintlichen Schuldner erhöht werden, weil diese glauben sollen, das Verfahren wäre bereits in einem gerichtlichen Stadium und verängstigt zahlen sollen, statt über eine sinnvolle Prüfung der Forderung nachzudenken.

Wir haben daher aus gegebenem Anlass aufzufordern, die Mahnbescheide gründlich zu prüfen und sich zu vergewissern, dass diese auch tatsächlich von einem Amtsgericht als zentrales Mahngericht versendet wurden. Kommt der Brief nicht von einem Gericht, ist es auch kein Mahnbescheid.

Ist der Widerspruch auf dem beliegenden Formular nicht an das Mahngericht rückadressiert oder fehlt dieses Widerspruchsformular ganz, ist es kein Mahnbescheid.

Steht auf dem Schreiben nicht "Mahnbescheid", sondern "Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides", dass ist es kein Mahnbescheid, sondern eben nur der Antrag, mit welchem der Mahnbescheid lediglich angedroht werden soll.

Es stellt sich die Frage warum in diesen Fällen kein Mahnbescheid beantragt worden ist. Es gibt hier im Wesentlichen zwei Erklärungen: Der Gläubiger scheut die Kosten oder er glaubt nicht an die gerichtliche Durchsetzbarkeit des Anspruchs. Stammt die vermeintliche Forderung aus einer sogenannten Abo-Falle oder von sonst einer Internetseite, bei der Sie sich nicht an einen bewussten Vertragsschluss erinnern können, ist meist der letztere Grund gegeben und eine Reaktion hierauf lohnt nicht. In allen anderen Fällen lohnt eine Einzelfallprüfung.

Achtung jedoch: Handelt es sich tatsächlich um einen Mahnbescheid, MUSS reagiert werden und zwar fristgemäß. Ansonsten droht der Verlust der Rechtsmittel.

( von Rechtsanwalt S. Al-Lami )

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