05.06.2009: Teilbetrag im Mahnbescheid bedeutet weniger Gerichtskosten

Gerichtskosten sparen, aber Risiken beachten!

In bestimmten Fällen können die Kosten im Mahnbescheidsverfahren die Gläubiger vor die Herausforderung stellen, dass enorme Gerichtskosten vorzuleisten sind und der Gläubiger sich aus diesem Grund die Geltendmachung komplett überlegt.

Es kann in Einzelfällen sinnvoll sein, hier eventuell nur einen Teilbetrag geltend zu machen, um die Gerichtskosten und die Verfahrenskosten im Mahnbescheidsverfahren zu reduzieren. Man sollte sich hier jedoch genau überlegen, ob die entstehenden Nachteile in Kauf genommen werden sollen.

Bei einer Geltendmachnung von nur einem Teilbetrag erstreckt sich die Rechtshängigkeit , welche für die angegebene Forderung im gerichtlichen Mahnverfahren entsteht, auch nur auf diesen Teilbetrag. Hat man hier also die Verjährung zu befürchten, ist man oft schlecht beraten, denn der nicht geltend gemachte Teilbetrag verjährt ungehindert weiter. Zwar muss die Einrede der Verjährung später vom Gäubiger auch erhoben werden, aber tut er dies, ist die Restforderung dauerhaft nicht mehr durchsetzbar.

Ein weiterer Nachteil ist, dass im Erfolgsfall natürlich auch nur der angegebene Betrag verlangt werden kann. Hat der Mahnbescheid Erfolg und es ergeht nach einem entsprechenden Antrag ein Vollstreckungsbescheid, dann enthält dieser selbstverständlich nur den Betrag als vollstreckbare Forderung, welcher ursprünglich im Mahnbescheid verfolgt wurde. In unserem Beispiel eben dann nur den Teilbetrag.

Hier könnte es sein, dass sich der Antragsteller später darüber ärgert, dass er/sie nicht doch gleich den vollen Betrag verfolgt hat, aber so hat eben jede Medaille zwei Seiten.

( von Rechtsanwalt S. Al-Lami )

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