17.07.2010: Mahnbescheid trotz Zahlung? Auch das kommt vor!

Was ist die richtige Reaktion auf einen Mahnbescheid, wenn die Forderung beglichen ist?

Tatsächlich ist dieser Fall gar nicht so selten, wie man glauben mag. Man wird plötzlich Empfänger eines Mahnbescheides für eine Forderung, die man längst bezahlt zu haben glaubt. Was nun tun? Wer trägt die Kosten?

In der Tat ist hier keinesfalls Panik angesagt. Möglicherweise hat sich der Gläubiger geirrt und die Zahlung falsch verbucht? Vielleicht ist die eigene Überweisung auch zurückgekommen und der Mahnbescheidsersteller ist im Recht?

Auf jeden Fall sollte innerhalb der Widerspruchsfrist sicher auf der eigenen Seite geklärt werden, ob die Zahlung auch tatsächlich getätigt worden ist. Wenn dies sichergestellt ist, kann in aller Ruhe fristgemäß Widerspruch gegen den Mahnbescheid eingelegt werden. (Anderenfalls sollte natürlich schnellstens gezahlt werden und auch die Kosten des Verfahrens sind zu erstatten.)

Nun ist es tatsächlich Geschmackssache, ob der Gläubiger im Sinne einer Klärung kontaktiert werden soll, oder nicht. Man sollte zu dieser Zeit auf jeden Fall den Nachweis der Zahlung (Kontoauszüge, etc.) vorbereiten, denn wenn der Gläubiger auf den Widerspruch mit einer Überleitung ins streitige Verfahren reagiert, wird man die Zahlung nachweisen müssen.

Wer trägt die Kosten? Auch diese Frage ist schnell beantwortet. Der Unterliegende im Verfahren. Sowohl die Gerichtskosten, als auch die eigenen und die fremden Anwaltskosten hat der Antragsteller im Mahnbescheidsverfahren zu tragen, wenn sich herausstellen sollte, dass der Mahnbescheid zu Unrecht ergangen ist. Im oben beschriebenen, einfach gelagerten Fall muss man auch keine eigene anwaltliche Vertretung beauftragen, sofern man den Zahlungsnachweis selbst erbringen kann und die Forderung 5000,- € nicht übersteigt (sonst Anwaltszwang vor dem Landgericht in der ersten Instanz). Gleichwohl kann man aber auch einen eigenen Rechtsanwalt mit der Vertretung beauftragen, denn auch diesen hat der Gegner zu zahlen, wenn er unterliegt. Hier muss jedoch regelmäßig ein Vorschuss geleistet werden und man ist davon abhängig, dass der Gegner nicht zahlungsunfähig ist oder wird.

Alles in Allem sollte also ein unberechtigter Mahnbescheid nicht zu schlaflosen Nächten führen, solange die Zahlung sicher ist und die Fristen eingehalten werden.

( von Rechtsanwalt S. Al-Lami )

Zurück