13.04.2011: Mahnbescheid in der Urlaubszeit

Die Mahnbescheid-Tricks in der Urlaubszeit

Alle Jahre wieder, könnte man fast sagen. Die Phantasie der diversen Internet-Abzockfirmen kennt keine Grenzen. Vor ein paar Jahren hat man festgestellt, dass die Widersprüche gegen Mahnbescheide in deutlich geringerer Anzahl erhoben werden, wenn man den Mahnbescheid in oder kurz vor der Urlaubs- oder Ferienzeit beantragt.

Die Erklärung ist simpel. Viele Familien sind oft mehrwöchig im Urlaub unterwegs und haben daher mitunter Schwierigkeiten, die Fristen zum Widerspruch einzuhalten. Wenn sie dann feststellen, dass die Frist versäumt wurde, wird kurz ein Blick auf die Hauptforderung geworfen, die oft "nur" im oberen zweistelligen Bereich ist und dann wird zähneknirschend gezahlt, meist sogar mit den Verfahrenskosten des Mahnbescheides.

Dies muss natürlich nicht sein! Folgende Tipps:
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Post nicht länger, als zwei Wochen ungeöffnet bleibt. Beauftragen Sie Freunde oder Nachbarn, zumindest die "offiziellen" Briefe zu öffnen. Den gelben Brief vom Amtsgericht kann man nicht übersehen!
  • Machen Sie nach Ihrer Rückkehr diese "offiziellen" Briefe zuerst auf.
  • Und wenn Sie dennoch die Freist versäumt haben, legen Sie trotzdem Widerspruch ein, denn ein verspäteter Widerspruch wird von den Amtsgerichten als Einspruch gegen den dann möglicherweise schon beantragten Vollstreckungsbescheid gewertet und eröffnet im Bedarfsfall ebenfalls das streitige Verfahren.

Letztlich hat aber fast jeder Mahnbescheid eine "Vorgeschichte", so dass Sie ohnehin bereits in Alarmbereitschaft sein sollten, wenn Sie bereits Mahnungen o.ä. von einschlägigen Firmen erhalten haben sollten.

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen und erholsamen Urlaub!

( von Rechtsanwalt S. Al-Lami )

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