15.11.2008: Anwalt oder eigener Antrag?

Formular aus dem Schreibwarenladen oder Rechtsanwalt?

Viele Gäubiger stehen vor der Entscheidung, sich ein Formular zur Beantragung eines Mahnbescheides im Schreibwarenladen zu besorgen und den Antrag vor dem zuständigen Mahngericht selbst zu stellen, oder einen Rechtsanwalt mit dieser Aufgabe zu betrauen. Die entstehenden Kosten weichen nicht unerheblich voneinander ab. In beiden Fällen fallen einheitlich die Gerichtskosten an. (diese entnehmen Sie dem Gebührenrechner oben links auf mahnbescheid.com) Zusätzlich fallen bei anwaltlicher Beauftragung die entsprechenden Rechtsanwaltskosten an. Diese spart der direkte Antragsteller. Er sieht sich dafür vor die Herausforderung gestellt, die Verzugszinsen in Anhängigkeit vom jeweils geltenden Basiszins korrekt zu berechnen und ebenfalls zu beantragen. Hier sollte möglichst nicht ein wertvoller Teil der Gesamtforderung verschenkt werden.

Zusätzlich muss die Hauptforderung oder die Forderungen in die korrekte Nummer des Hauptforderungskataloges eingeordnet werden. Schließlich muss bereits bei Antragstellung auf Erlass eines Mahnbescheides entschieden werden, ob im Falle eines Widerspruches automatisch ins streitige Verfahren übergegangen werden soll. Hier findet sich der Antragsteller oft unvermittelt schneller in einem prozessualen Verfahren wieder, als er es sich vorstellen konnte oder dies beansichtigt hatte.

Dies alles sind juristische Erwägungen und Beurteilungen, welche vermutlich nur durch einen Rechtsanwalt zutreffend angestellt werden können. Einfache und klare Forderungen ohne Zinsberechnungen können sicher selbst zum Mahnbescheid gebracht werden. Bei höheren Summen und Verzinsungen, erst recht bei Widersprüchen gegen einen Mahnbescheid lohnt aber auf jeden Fall die Konsultation eines Rechtsanwaltes, zumal dessen Kosten im Erfolgsfall ohnehin vollständig von der Gegenseite erstattet werden müssen.

( von Rechtsanwalt S. Al-Lami )

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