15.12.2009: SCHUFA-Eintrag durch Mahnbescheid?

Kann man durch einen Mahnbescheid einen Schufa-Eintrag bekommen?

Öfter werden wir gefragt, ob man durch die Beantragung eines gegen sich gerichteten Mahnbescheides automatisch einen Eintrag in der SCHUFA bekommt. Kurze Antwort: Nein! Der Grund ist schnell erklärt: Die Schufa ist eine Vereinigung von privatwirtschaftlichen Unternehmen, welche mit Einwilligung des Nutzers bestimmte Daten darüber austauschen, wie der Nutzer/Kunde sich in dem aktuellen Vertragsverhältnis "benimmt".

Das Mahngericht hingegen ist kein Mitglied der Schufa und hat mit dieser auch nichts zu tun. Daten werden auch keine übermittelt. Daher bewirkt ein Mahnbescheid auch keinen Schufa-Eintrag.

Aber Achtung: Heutige Anfragen aus Datenbanken, welche quasi jedermann mit einem begründeten Interesse zugänglich sind, setzen sich aus verschiedenen Quellen zusammen. Eine oft herangezogene Quelle ist neben den Auskünften der Amtsgericht die Datenbank der Creditreform. Diese enthält zusätzlich alle der Creditreform bekannten Daten - und dies können schon einfache Mahnverfahren sein, wenn diese durch die Creditreform betrieben wurden, sowie Informationen über gerichtliche Verfahren und Insolvenzverfahren.

So kann es schnell passieren, dass eine Bonitätsprüfung auch ohne Schufa-Eintrag negativ ausfällt und so Kreditanfragen oder Vertragsanbahnungen scheitern.

In jedem Fall sollte einer negativen Auskunft, gleich, ob sie von Schufa, Schuldnerregister oder sonstigen Datenbanken entstammt, auf den Grund gehen, denn allzu oft stimmen die Daten nicht mit der Realität oder aber auch mit dem Bundes-Datenschutzgesetz (BDSG) überein.

( von Rechtsanwalt S. Al-Lami )

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