16.09.2009: Schufa-Eintrag immer berechtigt?

Oft finden sich Daten in der Schufa, die u.E. höchts fraglich sind

Wenn der Handyvertrag gar nicht oder nur gegen eine Kaution genehmigt wird oder das Möbelhaus eine Mini-Finanzierung ablehnt, ahnt der Betroffene oft noch nicht, was der Grund hierfür sein könnte.

Alle diese Unternehmen prüfen die Bonität der neuen Kunden mit Daten der Schufa, der sie auch als aktive Mitglieder angehören. Dieses Unternehmen sammelt Daten über Schuldner und ist bei dieser Datensammlung an die gesetzlichen Vorgaben des BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) gebunden. Gerade hier schleicht sich aber oft ein Fehler ein.

So bestimmt das BDSG, dass keine Negativdaten, also Informationen über angeblich ausgefallene Forderungen von der Schufa herausgegeben werden dürfen, wenn das Verfahren streitig ist und der Betroffene der Forderung widersprochen hat. Die Schufa muss diesen Eintrag gemäß § 35 IV BDSG sperren und diejenigen, die durch Anfragen bereits von diesem Eintrag Kenntnis haben, gemäß § 35 VII BDSG von der Sperrung in Kenntnis setzen und darüber infoemieren, dass hieraus keine negativen Schlüsse hinsichtlich Bonität zu ziehen sind.

Das Problem an dieser Regelung ist, dass die Betroffenen oftmals gar nichts von ihrem Eintrag wissen. So reicht z.B. schon eine kleinere Auseinandersetzung mit einem Mobilfunkanbieter, weil auf der Rechnung versehentlich Positionen aufgeführt sind, die nicht geleistet worden sind. Widerspricht der aufmerksame Mobilfunkkunde nun dieser Rechnung und die Klärung kann nicht unmittelbar erfolgen, meldet das Unternehmen schon gern einmal dieses Konto als problematisch zur Schufa. Beim nächsten Onlinekauf auf Rechnung o.ä. hat dieser Kunde dann überraschend ein Problem, weil der neue Abfrager nicht unterscheiden kann, ob er es nun mit einem notorischen Nichtzahler oder unserem aufmerksamen Mobilfunkkunden zu tun hat, der selbstverständlich alle seine sonstigen Rechnung stets pünktlich begleicht.

Handelt es sich hier um bedeutendere Kreditanfragen, kann auch gelegentlich einmal eine größere Finanzierung wegen dieser Ungenauigkeit problematisch werden.

Als Fazit bleibt als Empfehlung, vor wichtigeren Kredit-und Finanzierungsplanungen zunächst eine Selbstauskunft bei der SCHUFA einzuholen. Dies erspart unter Umständen eine Überraschung.

( von Rechtsanwalt S. Al-Lami )

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